Mühlsteinmuseum Steinbrecherhaus, 4320 Perg, Mühlsteinstraße 43. Geöffnet von Mai bis Oktober jeden ersten Samstag von 14 bis 17 Uhr und nach Voranmeldung. Telefon: Harald Marschner: 0664 18 03 253; E-Mail: h.a.marschner@gmail.com, Offenlegung und Datenschutz

Nachttöpfe: Trendige Ausstellung im Steinbrecherhaus



Häusl-Philosphiererei von Bütz


AUSSTELLUNG IM STEINBRECHERHAUS
NACHTTÖPFE
aus der Sammlung Anna Mitterlehner

... andere Bezeichnungen: NACHTGESCHIRR · (Nacht)SCHERBEN (SCHERM) Französisch: POT DE CHAMBRE „POTSCHAMPERL” · in deutschen Landen SCHIFF (daher der Ausdruck: Schiffen)
Frühere hygienische Umstände – die Art des Wohnens – brachte es mit sich, dass der Nachttopf als überaus nützlicher - der Bequemlichkeit dienender Gegenstand empfun- den wurde. Wer wollte schon, in der Nacht von einem dringende Bedürfnis befallen, womöglich ins Freie eilen, wo ein hüttenartiges Gebilde stand - in der Türe ein Herzerl hineingeschnitten. – in der Nähe des Misthaufens oder über der Senkgrube befindlich ... In Alpengegenden soll dieser Bereich mitunter sogar über einem Bächlein errichtet worden sein, was uns geradezu modern anmutet. Auch von den Mönchen im mittelal- terliches Stift Zwettl wird ähnliches berichtet. Aber selbst dann, wenn sich ein „franzö- sisches” Klosett - ein Abort - ein „Häusl” im Hause befand – ein Holzsockel mit einem kreisrunden Loch und einem Deckel – benutzte man der kürzeren Wege halber einen Nachttopf, der wohl selten wirklich gereinigt und desinfiziert wurde.
Historiker vermuten, dass das Nachtgeschirr bereits in der Antike Verwendung fand.
Es gibt in Museen Stücke, die aus der Römerzeit stammen. Es ist auch die Rede davon, dass bei längeren Predigten, Versammlungen im Mittelalter die Zuhörer einen Topf mit- führten, um nur ja nichts zu versäumen.
Das erste Nachttopf-Museum befindet sich in München. Aber auch in Österreich sind bedeutende Sammlungen bekannt.
Heute ist der Gebrauch nur mehr bei Kindern, Piloten, Kran- und Fernfahrern üblich, wenn man vom Leibstuhl in gewissen Situationen absieht.
Nicht ohne Spaß und Scherz pflegt man diese Gegenstände in aller Heiterkeit zu sammeln.
Wir können nun die Materialien aufzählen: Blech, Porzellan, Steingut, Glas, Kunststoff. – und uns an den Verzierungen, Blumenmotiven und schriftlichen Aufmalungen erfreuen.


Wer bis 26. Oktober unsere Ausstellung besuchen will, möge 07262/52387 (Bütz) anrufen und einen Termin vereinbaren. 


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Frau Mitterlehners Welt der Nachttöpfe

Weltweit sind Nachttöpfe immer wieder beliebte Sammlerobjekte, wie nachstehende Ausführungen eindrucksvoll beweisen.

Manfred Klauda kam damit sogar ins Guiness Buch der Rekorde. Er hatte mehr als 9000 Nachttöpfe gesammelt und von 1980 bis 2005 im ersten Nachttopf-Museum der Welt in der Nähe des Viktualienmarktes in München ausgestellt. Mit anderen skurrilen Sammlungen entstand dort ein Zentrum für außergewöhnliche Museen, das jährlich von rund 25.000 Personen besucht wurde. Nach dem Tod von Manfred Klauda wurde das Museum am 30. Juni 2005 geschlossen, die Nachttöpfe wurden verkauft.

In der Schweiz sammelt Ida Lobsiger seit 1978 Nachttöpfe, einst will sie 1000 Nachttöpfe besitzen.2010 fand im Dorfmuseum Konolfingen eine Sonderausstellung unter dem Titel "Nachttöpfe aus aller Welt" statt, wo die "Kunst am stillen Ort" mit etwa einem Viertel ihrer 750 Exponate so richtig zur Geltung kam. Ida Lobsiger war es auch, die in Erfahrung brachte, dass auch Prinz Charles passionierter Häfeli-Sammler ist und 159 davon besitzt. 

Die bis dahin größte Versteigerung von Nachttöpfen fand 2001 in Bayreuth statt, wo 1345 Exemplare unter den Hammer kamen. Organisiert wurde die Nachttopfauktion von Werner Baumann, der solche Auktionen seit 1980 durchführt.

Das jüngste Nachttopf-Museum eröffnete vor wenigen Wochen, am 1. Mai 2014 in Thurnau seine Pforten.

Und eine genaue Definition des Nachttopfs erhält man natürlich in Wikipedia.